Einführung

Der Stuttgarter Galgenbuckel
Ein Trockenplatz als intermediärer Gedenkort

Der Ort, an dem vor 275 Jahren Joseph Süß Oppenheimer, der Finanzberater des Herzogs Karl Alexander von Württemberg, hingerichtet wurde – der ehemalige Galgenberg – ist heute mit den vier an Friedhofstraße und Mönchstraße gelegenen Hochhäusern bebaut. Im Zentrum dieses Häuserquartetts befindet sich ein pavillonartiger Waschküchenbau, der nach Auskünften von Fachleuten plus-minus 50 Meter den Ort des ehemaligen Galgens markiert.

Den meisten Stuttgartern ist dieser historisch bedeutsame Ort unbekannt. Es gibt in der Stadtmitte zwar einen „Joseph Süß Oppenheimer-Platz“, jedoch keinen genaueren Hinweis auf die ehemalige Richtstätte.

Einige Künstler, Schriftsteller und andere kulturell engagierte Leute der Stadt haben nun anlässlich des 275. Todestags von Süß Oppenheimer die Idee einer neuen Form des Gedenkens entwickelt: Statt einer musealen Aufbereitung der Thematik bietet es sich an, die Orte des historischen Geschehens selber mit verschiedenen Aktivitäten ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.